Mein Ziel Hawaii

Hawaii 1997, wem sagt das nichts? Mir als schon etwas älterem Athleten sagt das eine ganze Menge. Hellriegel. Leder. Zäck. Damals wurde ein kleiner Traum geboren, obwohl ich zu dieser Zeit noch gar nicht aktiv Triathlon betrieben habe.

Obwohl zu faul und mit etwas Übergewicht, habe ich es damals schon gewusst: Da muß ich irgendwann mal hin. 1999 startete ich dann bei meiner ersten olympischen Distanz. Fuck, so einfach wird das aber nichts mit Hawaii. Also Ärmel hochkrämpeln und fleißig trainieren. Was folgte, war ein schwerer Bandscheibenvorfall im Jahr 2000. Egal, weitermachen. 2002 dann der 1. Ironman und auch das war ein Satz mit X. 10:49 waren schon o.k. für das Debüt, aber für Hawaii? Neeeeeee!

Dann folgten ein paar Jahre mit Auf’s und Ab’s. 2005 beim Ironman Frankfurt war es dann soweit: 9:53h. Aber als Nachrücker wollte ich dann doch nicht nach Hawaii und irgendwie war ich auch noch nicht bereit dafür.

Für diese Entscheidung (vorerst) gegen meinen Traum haben mich damals viele für verrückt gehalten. Aber okay, etwas verrückt bin ich ja auch. Darauf folgten einige Rennen bei der Challenge Roth und ich dachte, dass ich im schönen Frankenland meinen sportlichen Lebensabend verbringen werde. Schließlich konnte ich hier den ein oder anderen Erfolg erzielen:  2013 PB in 9:37h und 2014 immerhin der 3. Platz bei der Deutschen Meisterschaft in meiner Altersklasse.

2015 allerdings sah ich dann ein Video von der Ironman Weltmeisterschaft und – welch Wunder – der Traum von Hawaii wurde wieder geweckt. Tolle Bilder, geile Musik – Emotion pur. Obwohl ich zu der Zeit noch verletzt war (Achillessehne), suchte ich mir einen Wettkampf aus, um das Vorhaben „Qualifikation für Hawaii“ in die Tat umzusetzen. Mit einem Jahr Laufpause war das durchaus ambitioniert bis frech, aber Radeln und Schwimmen funktionierte ja immerhin.

Im April 2016 startete ich dann den ersten lockeren Lauf über zehn Minuten und in den folgenden Monaten steigerte ich mich Step by Step. Im Oktober war es dann endlich soweit: Ironman Barcelona. Ein Hammer-Wettkampf. Das viele Radfahren in der lauffreien Zeit sollte sich auszahlen, mit 4:45.01h erreichte ich meine absolute Bestzeit. Das Laufen (meine eigentliche Stärke ) und das Schwimmen waren solide. So kam ich mit einer Zeit von 9:39.18h ins Ziel. Dritter Platz in der Altersklasse und die Quali für Hawaii.

Und: Jetzt bin ich bereit für Kona 2017. Definitiv.